Alzenauer Burgfestspiele: Kinderstück »Räuber Hotzenplotz« begeistert 145 kleine und große Zuschauer

Alzenau  Ordentlich rund geht es zu bei dem diesjährigen Kinderstück der Alzenauer Burgfestspiele, das am Mittwochvormittag im oberen Burghof Premiere hatte.

Da knallen Pistolenschüsse, schwere Stiefel poltern über die Bühne, Theaterdonner scheppert aus dem Hintergrund, Räuber Hotzenplotz und Zauberer Zwackelmann schreien und zetern um die Wette.

Fantasievolle Räuberposse

Und das alles zum allergrößten Vergnügen der 145 kleinen und großen Zuschauer, die sich den diesjährigen Kinderspaß des Kultburg-Ensembles nicht entgehen lassen wollten. Seit fünf Jahren inszeniert Stefka Huelsz-Träger das Stück für die kleinsten Theaterfans, und die Ideen gehen ihr offensichtlich noch lange nicht aus.

Angefangen von den fantasievollen Kostümen über die stimmigen Masken bis hin zu den kleinen, aber feinen Regieeinfällen punktet die 75-minütige Räuberposse nach dem Klassiker von Otfried Preußler mit kindgerechter Unterhaltung. Dass die Geschichte fast 50 Jahre auf dem Buckel hat, merkt man ihr nicht an. Mit einem Schuss Lokalkolorit wohnt der Räuber eben im Alzenauer Stadtwald, das Sträußlein Feenkraut pflückt Seppel auf dem Hahnenkamm, Hotzenplotz bezeichnet sich als »den gefährlichsten Räuber am bayerischen Untermain« und Zauberer Zwackelmann begibt sich nach Bernbach, wo an diesem sonnigen Vormittag anscheinend die meisten Kinder herkommen.

Mit viel Herzblut und Engagement spielt die achtköpfige Truppe die genauso zeitlose wie spannende Geschichte. Die beiden Publikumslieblinge Kasperl und Seppel schenken der Großmutter zum Geburtstag eine funkelnagelneue Kaffeemühle, die sogar noch ihr Lieblingslied trällert beim Mahlen. Doch das ist ein gefundenes Fressen für den Räuber Hotzenplotz. Seppel, der nicht nur nicht lesen kann, sondern auch sonst recht wenig kapiert, geht nun mit Kasperl selbst auf Räuberjagd. Aber prompt werden die zwei mit einem Schuss aus der Pfefferpistole außer Gefecht gesetzt …

Superspannend ist es, wenn Hotzenplotz bei seinem Freund, dem großen und bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann, auftaucht. Marianne Hofmann ist in Kostüm und Maske kaum zu erkennen. Neben Halbglatze trägt sie Krallenfinger und Tätowierungen an den Armen, die sie/ihn zu einer Respekt einflößenden Figur werden lassen. Zum Glück sitzen am Schluss alle Mitwirkenden am Bühnenrand und verabschieden die Mädchen und Jungen mit einem Späßchen - da trauen sich selbst die Ängstlichen im Publikum ganz nah ran.

Die Person des Zauberers verliert ohnehin an Ehrfurcht, als der dumme Seppel, der alle Wörter verdreht, ihn mit »Krokodilius Wackelzahn« anspricht. Zuvor musste bereits Hotzenplotz die Varianten »Plotzenhotz« und »Klotzenkotz« zum Vergnügen des Publikums über sich ergehen lassen.

Fabelhaft ist auch die Figur der verzauberten Kröte in Szene gesetzt. Das heulende Tier im Fantasie-Kostüm mit Taucherflossen (Kultburg-Neuling Karin Zimmermann-Schmidt gelingt hier ein gutes Debüt) verwandelt sich mit Hilfe des Hahnenkamm-Feenkrauts in eine quietsch-rosafarbene Barbie-Fee mit Tüll und Schmetterlingen, Schleifen- und Rosendeko. Das passt viel besser in die heutige Zeit als eine stinklangweilige Fee im weißen Gewand.

Dass die Kaffeemühle am Ende wieder in Großmutters Händen landet und die Bösen das sprichwörtliche böse Ende finden, gehört sich natürlich zu einem schönen Kinderstück. Für manche Mädchen wurde dieser Tag vollends zu etwas Besonderem, als Fee Amaryllis ihnen zum Abschied etwas von ihrem Feenglitzer auf die Hände rieseln ließ …

Die nächsten Aufführungen

Die nächsten Vorstellungen finden am heutigen Donnerstag, am Freitag, 25. Juni, vom 28. Juni bis 2. Juli und vom 5. Juli bis 9. Juli jeweils um 10 Uhr statt, sowie am Sonntag, 26. Juni, um 11 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es zu 6 Euro (ermäßigt: 4 Euro) beim städtischen Verkehrsamt im Rathaus Alzenau, Tel. 06023/502-112. Für Kindergärten und Schulen gelten Sonderpreise.

Doris Huhn

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