Pressebericht zum Konzert der kultBur(G)Raben

Premierenkonzert des »kultBurG«-Projektchors im Michelbacher Schlösschen - 140 Zuschauer begeistert

Alzenau-Michelbach. »Es wird Zeit Leute, jetzt wird gekrächzt«, mit diesen Worten schickte Moderatorin Marianne Hofmann am Sonntagnachmittag den Projektchor des Theatervereins kultBurG, die »kultBur(G)Raben«, auf die Bühne des Michelbacher Schlösschens. 140 Gäste ließen sich von dem zweistündigen Auftritt unter Leitung von Jürgen Wahl restlos begeistern.

 

Gekrächzt wurde dabei natürlich nicht, obwohl das Konzert unter dem Motto »Ein tierisches Vergnügen« eine ganze Reihe von Zwei- und Vierbeinern besang. Zur lockeren Stimmung insbesondere des zweiten Teils passten die Tier-Hausschuhe, die jeder der 18 Chormitglieder anhatte. Da tummelten sich Enten, Hunde, Fisch Nemo und andere Pelzgesichter auf der Bühne.

Humor und Chorgesang

Kleine Späße am Rande zeigten, dass hier Chorgesang erfolgreich mit Humor gepaart wird - auch außerhalb der Regieanweisungen. So versuchte bei »The lion sleeps tonight« der Tiger-Hausschuh von Dirk Würke immer wieder, den stattlichen Elch neben ihm zu überfallen... Es war ein Sonntags-Gute-Laune-Lieblingsstücke-Programm, das die »Raben« präsentierten, meist begleitet von Pianist Jens Nimbler. Der Erlös des Konzertes kommt dem Frankfurter Verein »Hilfe für krebskranke Kinder« zugute.

Idee entstammt Theaterbetrieb

Aus der Taufe gehoben wurde der Chor bei der Theaterarbeit. Nach Auftritten bei »1, 2, 3« und »Die drei Musketiere« hatten sich die fünf Sänger und 13 Sängerinnen entschlossen, weiterzumachen.

Pfiffig und aufwändig in Szene gesetzt waren die Auftritte der elf kultBurG-Kids, die das Konzert bereicherten. Vor allem im zweiten Teil gab es gleichberechtigt viel auf die Ohren und für die Augen. Das begann schon mit dem sauber gesungenen Renaissance-Stück »Der Floh« von Erasmus Widmann, bei dem die Kids sehr glaubhaft Flöhe auf ihrer Kleidung entdeckten und mit angewidertem Gesichtsausdruck zum Nachbarn fegten. Das Spiel wurde mühelos in die erste Reihe der Zuschauer fortgesetzt, in der einige kultBurG-Mitglieder mitspielten. Wen's danach nicht selbst kribbelte und krabbelte, der hatte nicht aufgepasst!

Das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus, denn danach wurde das Drama vom Lama gesungen und aufgeführt. Das Tier mit Spuck-Hemmung konnte einem ehrlich nur Leid tun! Krakelnd und spektakelnd setzten die Raben dann Peter Kreuders »Ich wollt', ich wär ein Huhn in Szene, bevor sie fingerschnipsend »Zwei kleine Wölfe« zum Besten gaben.

Ringelnatz und Jandl

Philosophisch wurde es mit »Ein ganzes Leben« nach dem Gedicht von Joachim Ringelnatz über das Leben einer Eintagsfliege, die nach Ende des Stücks ein plötzlicher Tod auf der Glatze eines Sängers ereilte. Gekonnt führten die kultBurG-Kids Ernst Jandls »Ottos Mops« auf und ließen sich nicht von den sprachlichen Stolperfallen überrumpeln. Eine eigene Geschichte war dem Theaternachwuchs zu »Die süßesten Früchte« eingefallen, die viel Applaus erhielt. »Wir wollen niemals auseinandergehn« - das letzte offizielle Stück - brachte mit einem Liebespaar und schwingenden Feuerzeugen romantische Stimmung ins Schlösschen.

Und im ersten Teil? Füße stampfende und temperamentvoll singende Raben bei »Ausgerechnet Bananen«, hüftschwingende und kokettierende Damen beim »Itsy Bitsy Dingsdabumsda-Badeanzug«, die durch eine Tröte ironisch bewertete »Internationale« und kernige Beckenschläge bei »Rule Britannia«.

Am Schluss Riesenapplaus und zwei Zugaben, bei denen das Publikum die Aufnahmeprüfung für die kultBur(G)Raben spielend bestand, wie Chorleiter Jürgen Wahl scherzhaft feststellte. Nach dieser spritzigen Premiere steht dem zweiten Konzert des Chors absolut nichts mehr im Wege. Brav »gekrächzt«, Raben!

Doris Huhn

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