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Herbst / Winter 2012

Szenenwechsel

Handlung:
Ort:Maximilian-Kolbe-Haus Alzenau
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
13,- €
8,- €
AK
15,- €
10,- €

Termine:  

  • Freitag, 23. November 2012 um 20:00 Uhr
  • Samstag, 24. November 2012 um 20:00 Uhr


Jahreshauptversammlung 2012

Am Dienstag, den 13. November 2012, um 19.30 Uhr findet in den KultBurG Räumen , Hanauer Str. 92 in Alzenau unsere Jahreshauptversammlung statt.

Tagesordnung:
1.    Begrüßung durch den Vorstand
2.    Genehmigung der Tagesordnung
3.    Bericht des 1. Vorstands
4.    Kassenbericht und Kassenprüfung
5.    Entlastung des Vorstands
6.    Neuwahl des Vorstands
7.    Theaterprojekte 2013
8.    Jugendarbeit
9.    Workshops
10.    Sonstiges

Anträge weiterer Tagesordnungspunkte bitte bis zum 25.10.2012 beim Vorstand einreichen.

“Szenenwechsel” – viele kleine Kostbarkeiten

Fast alle unsere Regisseure im Verein und auch einige, die sich neu an eine Regie wagen möchten, werden mit unseren Schauspielern kleine Sketche, Szenen und Mini-Dramen erarbeiten, die dann zu einem bunten Reigen zusammengesetzt aufgeführt werden.

Vielleicht können sich die erfahrenen kultBurG-Fans noch an zwei ähnliche Projekte erinnern, die wir 2001 mit „Minidramen a´la carte“ und 2003 mit „Was e Bescherung“ mit großem Erfolg zum Besten gaben. Beide Aufführungen waren ein großer Erfolg.

Bei „Szenenwechsel“ werden ca. 20 kleine Stücke aufgeführt, die mal lustig, nachdenklich, bitterböse, verschlagen und auch mal  traurig sein werden.

Der “Szenenwechsel” findet am 23. und 24.11. im Maximilian-Kolbe-Haus statt. Mehr Informationen hierzu kommen bald.

Theater zur rechten Zeit am rechten Ort – MainEcho vom 29. Mai 2012

Alzenau Am »vielleicht schönsten Platz von ganz Alzenau« nach Meinung des Kultburg-Vorsitzenden Roland Kilchenstein startete der Alzenauer Theaterverein am Freitagabend seine neue Reihe »Kultburg Open« mit der Inszenierung von William Shakespeares Werk »Verlorene Liebesmüh« (Regie: Josef Pömmerl).

Unter der großen Kastanie im ausverkauften oberen Hof der Burg konnten es sich die 150 Besucher gut gehen lassen. Begleitet von den Strahlen der Abendsonne, ohne ein einziges Tröpfchen Regen und assistiert vom Vogelgezwitscher und dem Quietschen der Bembel-Bahn, damit niemand die Bodenhaftung verlor, gelang dem neunköpfigen Ensemble eine starke Teamleistung, die zur rechten Zeit am rechten Ort stattfand.

Geschickt nutzte die Amateurtruppe die Nische vor dem Beginn der Burgfestspiele, bei der nur noch professionelle Künstler auftreten dürfen. Die Kultburgler, die sich der Burg bereits im Namen verschrieben haben, bestätigten mit ihrem Auftritt, dass beste Unterhaltung immer kombiniert ist mit Herzblut, und dass Lokalverbundenheit eine Aufführung entscheidend unterstützen kann. Das begeisterte Premierenpublikum spendete der 170-minütigen Inszenierung (inklusive Pause) kräftigen Applaus.

Eher unbekanntes Stück

Regisseur Pömmerl, der auch in die Rolle des Herzogs schlüpfte, griff im Falle des fast unbekannten Shakespeare-Stücks zu einer Bearbeitung des 2008 verstorbenen Horst Jüssen, denn das Original, so der Regisseur, sei wegen heute unverständlicher Vokabeln und Anspielungen nicht mehr spielbar. Eine Art Boulevardkomödie hat »Klimbim«-Star Jüssen daraus gemacht, die sich vier Paaren widmet, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Diesen vier Temperamenten, die einmal in der weiblichen und einmal in der männlichen Variante vorgeführt werden, verschwören sich die Schauspieler mit Leib und Seele. Neben dem souveränen Josef Pömmerl spielt Heiko Bozem den direkt-forschen Biron, Matthias Wissel den weichherzig-gefühlvollen Dichter Doumais und Peter Lubetzky die Figur Longaville, für den Liebe durch den Magen geht.

Auf der Seite der Frauen stehen der taffen Prinzessin (Carmen Reichenbach) die emanzipierte Rosalie (Ursula Ströckl-Elsesser), die romantische Maria (Nicole Bozem) und die einfühlsame Katherine (Moniera Romann) gegenüber. Mal als Narr, mal als Philosoph fungiert Diener Schädel, für dessen Darstellung Gabi Wittemann ein Extralob gebührt. Mimisch und gestisch bringt sie den Publikumsliebling ausdrucksstark auf die Bühne und die Gäste immer wieder zum Lachen, wenn sie sich über die gesalbten Liebessprüche mokiert: »Selbst aus einem frisch geschlachteten Schwein könnte man nicht so eine gute Sülze gewinnen!«.

Das Liebes-Karussell der Paare, das durch einen Schwur der vier Männer zunächst ins Stocken gerät, dann Fahrt aufnimmt, gefährlich wackelt und sich schließlich in den siebten Himmel dreht, wird bestimmt durch witzige Dialoge, in denen die Frauen über die Männer und die Männer über die Frauen lästern (Kommentar zu einem Liebesbrief: »Ein Kaufmann schreibt die Rechnung romantischer!«). Dem Paar Rosalie und Biron reichen ihre scharfen Zungen nicht aus, um ihre Emotionen auszuleben. Sie greifen zu den Degen und parieren ihre bissigen Kommentare mit ebenso treffenden Hieben ihrer Klingen. Das Publikum, das nach der Pause jede Szene mit Applaus begleitet, ist begeistert von der Action-Einlage.

»Wenn Männer droh’n, ist die Gefahr schon fast vorbei«, lautet die weitere Weisheit einer Auserwählten. Am Ende findet jedes Töpfchen sein Deckelchen und vor der von romantischen Lichtern strahlenden Hecke werben die Männer nicht nur mit glänzendem Schmuck um ihre Geliebten, sondern auch mit polierten Worten. Das klingt bei Longaville, bei dem die Liebe durch den Magen geht, logischerweise so: »Wollt ihr die Frau sein, die gemeinsam mit mir – in der Küche stehen will?«

Spitzen, Schleifen, Rüschen

»Verlorene Liebesmüh« punktet durch die große Spielfreude des Ensembles und auch dank der engagierten Arbeit des Teams hinter den Kulissen. Allen voran Kostüm-Fee Barbara Vogel-Hohm, die bei den weiblichen Rollen diesmal in Spitzen, Schleifen, Rüschen und Bändern schwelgen durfte.

Doris Huhn

»Ich gelte als die Schleiferin . . .« – MainEcho vom 29. Mai 2012

Bayerischer Amateurtheaterpreis: Das Alzenauer Ensemble Kultburg wird für das Stück »Witwendramen« ausgezeichnet

Alzenau Der Alzenauer Theaterverein Kultburg wird für seine tiefschwarze und schräge Episoden-Revue »Witwendramen« des fränkischen Autors Fitzgerald Kusz mit dem erstmals verliehenen Bayerischen Amateurtheaterpreis ausgezeichnet. Die Jury vergab an drei Inszenierungen den mit 700 Euro dotierten ersten Preis, der am 28. Juli in Fürth überreicht wird. Mit Regisseurin Anni Christ-Dahm und dem Kultburg-Vorsitzenden Roland Kilchenstein sprach Doris Huhn über Schleiferinnen, lustvolles Scheitern und die Open-Air-Aufführungen, die am 8. Juni im oberen Hof der Burg Alzenau starten.

Wie viele Siegerchancen haben Sie sich eingerechnet?

Anni Christ-Dahm: Nach den ausverkauften Vorstellungen im Sommer 2010 und der begeisterten Resonanz auf die Wiederaufnahme als Benefiz-Theaterstück habe ich mir, ohne überheblich sein zu wollen, sehr gute Chancen ausgerechnet, wenn auch nicht gerade den ersten Platz. Einsendeschluss für die DVD und die Unterlagen war der 31. Dezember. Nach Weihnachten sagte ich zu meiner Schwester Marianne (Hofmann, im Ensemble der »Witwendramen«) erschrocken: »Mer wollte doch das Stück einreichen!« Dann ging alles ganz schnell. Am 29. Dezember durfte Roland noch unterschreiben und die Bewerbung wurde abgeschickt.

Wie stolz ist man als Vorsitzender eines Theatervereins über solch eine Auszeichnung?

Roland Kilchenstein: Für mich kam der Preis schon überraschend. Aber man kann natürlich glücklich sein, dass man solche Regisseurinnen in den Reihen des Vereins hat.
Anni Christ-Dahm: Der Preis ist eine Bestätigung der Arbeit. Das geleistete Engagement wird damit honoriert. Ich sage immer zu meinem Ensemble: Ihr müsst den Erfolg auch wollen!

Was ist für Sie der Reiz am Amateurtheater?

Anni Christ-Dahm: Das schauspielerische Talent liegt mir einfach. Das ist eine echte Leidenschaft. Hier kann ich mich verwirklichen. Wenn ich damit Geld verdienen könnte, würde ich nichts anderes mehr machen. Ich warte jetzt auf entsprechende Angebote (lacht). Das Theaterspiel ist aber auch spannend und der Nervenkitzel ist schön. Selbst wenn ich das Wort eigentlich nicht mag, aber es ist einfach »geil«, nach einem Auftritt den Applaus entgegen zu nehmen. Und wenn etwas schief geht und man improvisieren muss, kann man selbst noch einen Erfolg durch »lustvolles Scheitern« erzielen, indem man aus der Situation einen Gag macht.
Roland Kilchenstein: Mir macht es Spaß, in andere Rollen zu schlüpfen und sich den Leuten, die man kennt, von einer ganz anderen Seite zu zeigen. Die Beziehung zwischen Spielern und Publikum ist etwas ganz Besonderes.

Warum haben Sie die »Witwendramen« ausgewählt?

Anni Christ-Dahm: Wir wollten nach »Der letzte Wille« und »Schweig, Bub« unsere Kusz-Trilogie vollenden. Außerdem herrscht bei uns im Theaterverein Frauenüberschuss, so dass es einfach war, ein reines Frauenstück zu besetzen. Da kurzfristig eine Spielerin ausgefallen ist, habe ich zum Schluss noch mitgespielt. Zum Glück hat sich Christiane Köster bereit erklärt, als Regie-Assistentin einzuspringen. Jede Spielerin konnte sich in den 32 kurzen, revueartigen Szenen von ganz unterschiedlichen Seiten zeigen und fand das toll.

Was für ein Regisseurinnen-Typ sind Sie?

Anni Christ-Dahm: Ich gelte als die Schleiferin! (lacht schallend). Und ich bin Perfektionistin. Für jede Figur erarbeite ich Rollen-Hintergründe. Einer meiner Leitsätze lautet: Wir müssen mit Gefühlen arbeiten.

Welche Schwerpunkte setzen Sie als Vorsitzender und Nachfolger des langjährigen Regisseurs Josef Pömmerl?

Roland Kilchenstein: Ich möchte die Kultburg mehr strukturieren. Die Burg soll zum Beispiel als ureigenste Spielstätte im Mittelpunkt stehen. So wird es in der neuen Reihe »Kultburg Open« sein, mit der wir zwar nicht mehr im Rahmen der Burgfestspiele agieren, weil hier nur noch professionelle Ensembles spielen werden, aber trotzdem mit der Unterstützung durch die Stadt. Die Regie- und die Vorstandsarbeit sollte getrennt sein, damit der Regisseur sich auf seine Arbeit konzentrieren kann.

Doris Huhn