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Christine Mareck-Brünnler

Christine Mareck-Brünnler

 “Rolle vorwärts” – mein Theaterleben

  • Beginn mit einem traditionellen Krippenspiel in der 3. Klasse  der Grundschule
  • Teilnahme an  der Theater- AG des Ziehen-Gymnasiums in Ffm. mit Rollen  in Büchners Leonce und Lena; Frisch: Chinesische Mauer; Hans Sachs Stücke  (1962- 1967)
  • „Drama“-Projekt in einem YMCA- Camp in USA während des Studiums (1968)
  • Schultheater als Lehrerin  an der GSS Und IGS-Lindenau (Hanau): Verschiedene Circensische Spiele, „Ferien – Fahrt zum Mond“ mit Bau einer Raumfähre , Sketche  in  Englisch ,etc.(1975 – 2005)
  • Theaterprojektwoche  an der IGS – Lindenau mit Stefka Huelsz -Träger (2005)
  • Gründung der „Dubiosen  Machenschaften“ (e.V.) in Hanau: Rollen in Eigenproduktionen, Oscar Wilde: Bunbury, R.Rose: Die  zwölf Geschworenen, Bethencourt: Der Tag, an dem der Papst gekidnappt wurde, Pinter: Die Geburtstagsfeier, Ayckbourn: Glückliche Zeiten, Ibsen: Nora, etc. (1995 – 2007)
  • Eintritt bei kultBurG (2007), Rollen: Komödie der Irrungen, Leonce und Lena, Kinderstücke: Gespensterpark, Biene Maja
  • Laclos: Gefährliche Liebschaften (Regieassistenz bei Josef) 2008
  • Neuinszenierung von “Gefährliche Liebschaften” (Regie) 2009
  • Sartre: Geschlossene Gesellschaft (Regie) 2010
  • Beckett: Endspiel  (Regie) 2011/2012
  • Master Class bei Keith Johnstone “Improvisation”, Berlin, 2011
  • Szenenwechsel:”Dinner for One – auf frankfurterisch” und “Das Gespräch”, 2012
  • Master Class bei Susan Batson “Creating Characters”,Berlin,2012/13 (English Theatre)
  • Dale Wasserman: Einer flog über das Kuckucksnest (Regie) 2015
  • Jubiläum 50 Jahre VHS in Kahl: Dinner for One auf frankfurterisch mit Adi Schwierz vom Kahler Sandhasentheater, 2016
  • Oscar Wilde: Ein idealer Gatte, Lady Markby, Theater Lampenfieber, Hanau, 2017

 

Josef Pömmerl

Josef PömmerlAlles begann mit "Raptare, raptare". Das war der erste Text, denn ich je in einem Theaterstück sprechen musste. Damals, fünfte Klasse am Spessart-Gymnasium, bei einer Aufführung vom "Raub der Sabinerinnen" im Latein-Unterricht. Danach folgte lange nichts, bis zum Beitritt in die Theatergruppe des Spessart-Gymnasiums. Höhepunkt hier war eine über achtstündigen Aufführung von "Dantons Tod" und Heiner Müller "Der Auftrag" in der Räuschberghalle Hörstein, die sogar einen mehrseitigen Artikel in "Theater heute" erhielt.

Doch während meine Mitspieler in Alzenau danach in höhere Sphären entschwebten, begab ich mich Anfang der 80er Jahre nach Mainz zum Studium, wo ich wieder klein anfing. Mit einer Nebenrolle im Stück "Der Geizhals" von Moliere, das nie aufgeführt wurde – nach der Generalprobe verließ fast alle Mitspieler der Mut. So folgte kurz darauf der Entschluss, mit einer Bekannten zusammen eine eigene Theatergruppe zu gründen: "Pegasus".

Das erste Stück war "Romulus der Große" von Dürrenmatt, dem viele weitere folgten. Denn aus "Pegasus" entwickelte sich eine ganze Theatergruppen-Familie, die mindestens zehn Jahre lang das Theaterleben an der Universität Mainz stark prägte: Peggies, Sphinx, Pallawatsch, PerVers, Super Acht, Jellicles, Art Pastete, Theater Hartenberg, Theater im Inter, um nur einige Gruppen zu nennen, die sich ineinander verwebten und auseinander entstanden. Am Ende dürften es über 20 Stücke gewesen sein, an denen ich so auf die eine oder andere Art mitgewirkt hatte – als Schauspieler, Regisseur oder verantwortlich für die Bühnentechnik.

Der größte Erfolg war "Lysistate", allerdings nicht das Original von Aristophanes, sondern eine Musical-Parodie, die auf einem Comic von Ralph König basierte. Über zwei Jahre wurde das Stück immer wieder vor ausverkauftem Haus aufgeführt: Zuschauerrekord waren über 1000 Zuschauer bei einer Benefiz-Veranstaltung mit Ralph König im Kulturzentrum Mainz.

Nach dem Abgang vom der Universität startete ich den Versuch mit einer Freundin und einem Freund ins Profi-Theatergeschäft zu wechseln. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Zwar hatte unser Stück, "Frank & Stein" sehr gute Kritiken, aber kaum Besucher. Minusrekord unserer Deutschland-Tournee war eine einzige Zuschauerin. Folglich gab ich derartige Ambitionen auf und folgte meinem – rentableren – Ruf als Journalist beim Main-Echo. Das Theaterspielen endete aber dennoch nicht: Engagements beim Rrrabatzzz-Theater in Großkrotzenburg und die Mitarbeit beim Theater am Main in Seligenstadt folgten.

Stücke (S = Schauspieler, R = Regie, T = Technischer Leiter)

  • Georg Büchner: "Leonce und Lena" (1980/S)
  • Edward Bond: "Lear" (1981/S)
  • Moliere: "Der Geizhals" (1983/S)
  • Friedrich Dürrenmatt: "Romulus der Große" (1984 R/S)
  • Doppelproduktion: Georg Büchner: "Dantons Tod"
  • Heiner Müller: "Der Auftrag" (1984/S)
  • Musical "Kiss me, Cat" (1984/T)
  • Voltaire: "Candide" (1985/R)
  • Thornton Wilder: "Das lange Weihnachtsmahl" und "Liebe und wie man sie heilt" (1985/R und S)
  • Christian Dietrich Grabbe: "Scherz, Ironie, Satire & tiefere Bedeutung" (1985/S und T)
  • Slavomir Mrozek: "Tango" (1986/R und S), Peter Hacks: "Adam und Eva" (1986/T)
  • Stefan Bauer: "Menschenfresser im Zug" (1986/S)
  • Volker Ludwig: "Eine linke Geschichte" (1987/R und S)
  • Dario Fo: "Hohn der Angst" (1987/S)
  • Brendan Behan: "Richards Korkbein" (1988/T)
  • Woody Allen: "Gott" (1989/S)
  • Christopher Durang: "Trotz aller Therapie" (1990/R und S)
  • Friedrich Dürrenmatt: "Porträt eines Planeten" (1990/R)
  • Ralph König nach Aristophanes: Musical "Lysistrate" (1991 bis 1992/R und S)
  • Matthias Hahn: "Das Faustspiel" (1992/R)
  • Heiner Müller: "Der Auftrag" (1993/T)
  • William Shakespeare: "Julius Cäsar" (1994/R und S)
  • Roman Polanski: Musical "Vampire" (1996/S)
  • Clemens Brentano: "Geschichte vom braven Kasperl und dem schönen Annerl" (1997/S)
  • Richard Carpenter: "Dark Star" (1998/R und S)
  • Euripides: "Antigone" (1998/99/S)
  • Ken Campell: "Frank & Stein" (1999/S)
  • Robert Bolt: "Thomas Moore: Ein Mann für alle Jahreszeiten" (2000 und 2002/S)
  • Thornton Wilder: "Unsere kleine Stadt" (2001/S)
  • Nikolaus Fey: "Meister Lukas, der Silberschmied von Alzenau" (2001/R)
  • Diverse Autoren: "Mini Dramen à la carte" (2001/S)
  • William Shakespeare: "Romeo und Julia" (2002/R)
  • Ephraim Kishon: "Es war die Lerche" (2002/S)
  • William Shakespeare: "Ein Sommernachtstraum" (2003/S)
  • Woody Allen: "Gott" (2003/R)
  • Weihnachtsrevue "Was e’ Bescherung" (2003/R)
  • Franz Molnàr: "Eins, zwei, drei" (2004/R)
  • Uschi Jebe: "Historische Burgführungen" (2004/S)
  • Anni Christ-Dahm: "Europareise" (2005/S)
  • Alexandre Dumas/Axel Schneider: "Die drei Musketiere" (2005/R)
  • Albert Husson "Wir sind keine Engel" (2006/R)
  • Michael Frayn "Der nackte Wahnsinn" (2006/R)
  • Joseph Kesselring "Arsen und Spitzenhäubchen" (2006/S)
  • Kurt Hofmann: "Das Wirtshaus im Spessart" (2007/S)
  • William Shakespeare: "Komödie der Irrungen (2007/R)
  • Fitzgerald Kusz: "Schweig Bub!" (2007/S)
  • Christopher Hampton: "Gefährliche Liebschaften" (2008/R)
  • Heinrich von Kleist: "Das Käthchen von Heilbronn" (2008/S)
  • Marc Camolletti: "Wer betrügt hier wen?" (2008/S)
  • Georg Büchner: "Leonce und Lena" (2009/R)
  • Billy Wilder: "Irma la Douce" (2010/R+S)
  • Anders Thomas Jensen: "Adams Äpfel" (2011/R+S)

 

 

Stefka Huelsz-Träger

Stefka Huelsz-Träger

Erste Schritte am Oberstufentheater des Gymnasiums in Coburg; mehrere Spielzeiten als Statist am Landestheater Coburg tätig. In Alzenau war sie in der Theatergruppe des Kindergartens Wasserlos aktiv; außerdem ist sie seit „Meister Lukas“ als Schauspielerin bei kultBurG-Produktionen dabei. Als Leiterin ist sie für die Kindergruppe „Kultburgkids“, der Kindergruppe des Theatervereins, verantwortlich.

Partner und Freunde

Das Theater am Main

Mit dem Theater am Main verbindet uns eine lange und herzliche Freundschaft. Ganz besonders möchten wir dem Theater am Main dafür danken, dass sie uns auch schon mal einen Schauspieler ausleihen.

 www.theater-am-main.de

 

Die Stadt Alzenau

Viele unserer Theaterstücke finden in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Alzenau statt, die uns zum einen die Lokalitäten für unsere Aufführungen zur Verfügung stellt und zum anderen als Vorverkaufsstelle für unsere Karten fungiert.

 www.alzenau.de

Akademie Reuschberg

Malerisch gelegen im alten Klostergebäude auf dem Reuschberg in Schöllkrippen bietet die Akademie Reuschberg Theater und Seminare, unter anderem die Ausbildung zum Spieler, Regiesseur und Gruppenleiter nach der “act” Methode. Die Theaterregisseure und promovierten Philosophen Dr. Annette Fried und Dr. Joachim Keller vermitteln fundierte Kenntnisse rund um die Schauspielkunst und sorgen außerdem für ein ausgeprägtes Wohlbefinden Ihrer Gäste.

 www.akademie-reuschberg.de

 

Das Tollhaus-Theater in Goldbach

Hier findet Ihr Informationen zu unseren bayrischen Kollegen aus Goldbach.

 www.tollhaus-theater.de

 

Musikschule Alzenau

Viele unserer Inszenierungen finden eine gelungene Abrundung durch die Beteiligung der Musikschule Alzenau. Ob rockig, mittelalterlich oder Klezmer, oder ob Martina Bitz es mal wieder unglaublicherweise schafft, das Theaterensemble selbst zum harmonischen Singen und Klingen zu bringen – an dieser Stelle ein dickes Lob und Dankeschön für Deine Geduld mit uns – immer wird ergibt es ein stimmungsvolles Klangbild, das zur Aufführung passt.

 www.musikschule-alzenau.de

 

Emil Hartmann – Dozent für Bühnenfechten an der Theaterakademie und Schauspielschule Köln

Wer den erfahrenen Stuntman und Meister der Bühnenfechtkunst kennenlernt, ist zunächst beeindruckt von seiner charismatischen Persönlichkeit. Und wer an seinen Workshops teilnimmt, lernt einen Lehrer kennen, der hart aber fair, diszipliniert aber charmant seine Teilnehmer an die schwierige Kunst des Bühnenfechtens heran führt. Disziplin ist das oberste Gebot beim Erlernen von Schwert und Degenkämpfen, denn die Verletzungsgefahr darf zu keiner Zeit unterschätzt werden.

 www.ritter-hartmann.de

Wer sind wir?

Der Theaterverein kultBurG entstand nach dem Alzenauer Stadtjubiläum im Jahr 2001. Auf Anregung der Stadtverwaltung wurde seinerzeit unter der Regie von Josef Pömmerl das Heimatstück „Meister Lukas – Der Silberschmied von  Alzenau“ mit theaterbegeisterten Bürgern im Hof der Burg Alzenau inszeniert. Nach zehn ausverkauften Vorstellungen wurde unter den Mitspielern der Ruf nach weiteren Theaterprojekten laut. So kam es auf Initiative des Regisseurs am 24. Oktober 2001 zur Gründung des Theatervereins kultBurG.

Im Sommer 2002 wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt Alzenau die Burgfestspiele ins Leben gerufen, die der Verein bis zum Jahr 2011 entscheidend mitgeprägt hat. Zahlreiche Inszenierungen klassischer und moderner Stücke wurden erfolgreich auf die Bühne gebracht: im großen Unteren Burghof waren dies unter anderem „Romeo und Julia“, „Die drei Musketiere“ und „Das Käthchen von Heilbronn“. Im Oberen Burghof sowie im Rittersaal der Burg waren zum Beispiel „Es war die Lerche“, „Acht Frauen“, „Witwendramen“ sowie zuletzt „Volpone“, „Schlammschlacht“, „Das Wirtshaus im Spessart“ und „Amphitryon“ zu sehen. Ein großer Erfolg waren auch jahrelang die „Historischen Burgführungen“ mit sieben Spielszenen an verschiedenen Orten innerhalb der Burg Alzenau.

Theater für Kinder war von 2006 bis 2011 ebenfalls ein fester Bestandteil unserer Aufführungen im Rahmen der Burgfestspiele. Für jeweils drei Wochen waren vormittags u.a. „Die Biene Maja“, „Der Räuber Hotzenplotz“ oder „Der kleine Muck“ zu bestaunen. 

Zudem erfolgten zahlreiche Aufführungen an Spielorten in und um Alzenau, wie zum Beispiel in der Stadtbibliothek, im Schlösschen Michelbach oder im Alten Pfarrheim Kahl. Mittlerweile hat sich zudem unser feines, kleines Zimmertheater in unseren Probenräumen im Alten Spital etabliert – hier erfreuten wir unser Publikum u.a. mit „Der Letzte der feurigen Liebhaber“, „Gretchen 89 ff“, „Frau Müller muss weg“, „Alte Liebe“ und „Das Abschiedsdinner“.

Unsere Kindergruppe kultBurG-Kids probt und spielt seit vielen Jahren und war seit 2012 mit Stücken wie z.B. „Das Gespenst von Wilmundsheim“ im Oberen Burghof im Rahmen unserer Veranstal­tungs­reihe kultBurG-OPEN zu sehen. Inzwischen sind die Kids zu kultBurG-Teens herangewachsen und wir sind sehr stolz, dass unsere Nachwuchsschauspieler mittlerweile mit den „alten Hasen“ zusam­men spielen.

Inzwischen zählt unser Verein ca. 130 Mitglieder. Außer zum Proben trifft man sich auch zu Work­shops oder gemeinsamen Theaterfahrten. Seit 2005 verfügt die kultBurG über eigene Probenräume, zu denen auch ein stetig wachsender Kostüm-, Requisiten- und Technikfundus gehört.

Ziel und Zweck des Vereins ist jedoch nicht ausschließlich die Theaterarbeit. So werden auch andere Kulturveranstaltungen wie z.B. Autorenlesungen und Benefizkonzerte zugunsten sozialer Projekte von den Mitgliedern organisiert. 

Derzeit kann unser Theaterverein bereits  auf über 70 Inszenierungen wunderbarer Stücke zurückblicken – die Inszenierung der „Witwendramen“ wurde 2012 sogar mit dem Bayerischen Amateur­theater­preis „Larifari“ ausgezeichnet! Die kultBurG freut sich auf weitere spannende und erfolgreiche Amateur­theaterarbeit – neue Mitglieder sind uns dabei jederzeit herzlich willkommen!  Josef Pömmerl

»Der Mensch muss denken« – Main Echo vom 29. Juni 2009

Burgfestspiele: Theaterverein Kultburg zeigt Georg Büchners Komödie “Leonce und Lena” in Alzenau

Alzenau “Ei, ei” und “ooojeeee” klingt es abgrundtief traurig und in einem melancholischen Kanon über die Bühne vor der Alzenauer Burg. Es wird Trübsal geblasen am Hof von König Peter, und das als Dauerzustand.

Mit dieser witzigen Szene beginnt die Inszenierung des Alzenauer Theatervereins Kultburg unter der Regie von Josef Pömmerl für die Burgfestspiele. Georg Büchners Komödie “Leonce und Lena” hat die Truppe einstudiert. Wer sich auf eine leichte Sommerkomödie eingestellt hatte, sah sich allerdings getäuscht. Büchners sozialkritisches Märchen setzt auf feine Wortspiele, weniger auf befreiendes Lachen.

 

Nichtsdestotrotz beeindruckt das glänzende Spiel der Truppe, die man kaum mehr als Laientheatergruppe bezeichnen kann. Selbstbewusstes Agieren, lautes, verständliches Reden, Singen vor vollen Zuschauerreihen – all das beherrschen die rund 20 Kultburgler aus dem Effeff. Allen voran gefällt Heiko Bozem in der Rolle des Leonce, der trotz Handverletzung vollen Einsatz zeigt.

Er spielt den Lebenshaderer und Heiratsmuffel aus Überzeugung. “Was tun die Menschen nicht alles aus Langeweile?”, fragt der unterbeschäftigte Prinz. “Sie gehen ins Theater, sie lieben und sie sterben sogar aus Langeweile.” Sogar seine Geliebte Rosetta (Carolin Gündling) langweilt ihn dermaßen, dass er beschließt, sie gedanklich sterben zu lassen.

Das Pendant zu Leonce ist der leichtlebige Valerio (klasse: Jens Schneider), dessen Beschäftigung es ist, “müßig zu sein”. Doch er nimmt die Aufgabe mit Optimismus und Leidenschaft, mit Stolz und Euphorie. “Ich bin noch Jungfrau”, erzählt er mit strahlendem Lächeln und ergänzt: “in der Arbeit”.

König Peter (Harald Gelowicz) ist eine Karikatur eines Regenten. Dass er in Filzlatschen und Schlafanzug erscheint, ist nur logisch. Er verkündet Weisheiten wie: “Der Mensch muss denken, und ich muss für meine Untertanen denken, denn sie denken nicht!” Ebenso wie Leonce hasst es Lena (Anna Iaquinta), dass sie gegen ihren Willen verheiratet werden soll. Beide flüchten nach Italien, wo sie sich zufällig begegnen und verlieben.

Während der erste, fast 90-minütige Teil stellenweise zu lang konzipiert ist, unterhält der zweite Abschnitt famos. Bereits das Bühnenbild nach der Pause mit einer Sammlung von unterschiedlichen Stehlampen, die in der Dämmerung für Stimmung sorgen, ist eine Besonderheit.

Die Ereignisse werden gestrafft auf die Bühne gebracht und alles kommt anders als man es von einer Komödie gewohnt ist. Doch so soll Theater ja auch sein – unterhaltend und überraschend.

Doris Huhn

Den Zeichentrickfilm vermisst niemand – Main Echo vom 25. Juni 2009

Alzenauer Burgfestspiele: Kinderstück “Biene Maja und ihre Abenteuer” begeistert 150 kleine und große Zuschauer

“Die Biene Maja und ihre Abenteuer” hat Regisseurin Stefka Huelsz-Träger ausgewählt und damit ein gutes Händchen bewiesen. Zwar orientiert sich die Bühnenbearbeitung von Rainer Lenz an dem Kinderbuchklassiker von Waldemar Bonsels, aber den Zeichentrickfilm vermisste niemand, sind doch die Figuren (bis auf den dicken Willi) fast identisch.

 

70 Minuten Familienspaß

Bei optimalem Wetter startete der Familienspaß von Anfang an voll durch. 70 Minuten lang entwickelt sich auf der Bühne und auf kleinen Nebenschauplätzen die Geschichte der gerade geschlüpften Biene Maja, die so neugierig ist und fast immer über beide Backen strahlt. Die 18 Rollen werden von zehn Ensemblemitgliedern mit Leben gefüllt. Auch die Regisseurin spielt zwei kleine Rollen; auch die fantasievollen Kostüme hat sie geschneidert.

“Hat jemand meine Kugel gesehen? Ich hab’ meine Kugel verloren!”, mit diesen zwei Sätzen bringt Kurt, der kugelrunde und gemütlich über die Bühne moppelnde Mistkäfer (urkomisch: Marianne Hofmann) kicher-gute Stimmung in das Publikum.

Aufmerksam hören die Kinder zu, wenn Maja ihre erste Lektion in Sachen Bienen-Einmaleins erhält. “Alle Blumen, Bäume, Sträucher, die Sonne und der Mensch sind unsere Freunde. Hüten müssen wir uns vor unseren größten Feinden, den Hornissen, aber auch der Kreuzspinne Thekla”. Maja, klasse gespielt von Heike Bösebeck, denkt gar nicht daran, aufzupassen. Und schwupps, ist sie beim ersten Ausflug ihrer Aufpasserin entwischt.

“Ich fliiiieeeeeegeeeee!!!”, schreit sie begeistert beim Abflug und erlebt zuerst das tragische Ende einer Liebesbeziehung zwischen der feinen Grille Iffi (Christine Marek-Brünnler) und Mistkäfer Kurt.

Blöderweise hat der bayrisch sprechende Kurt ihr vorgemacht, er sei ein Rosenkäfig. Und jetzt macht die Dame Schluss. Dabei kann “Mist eine gute Sache sein – am rechten Ort”, verteidigt sich Kurt. “Genau!”, bestätigt laut ein Junge aus dem Publikum, der den Dicken wie allen anderen ins Herz geschlossen hat.

Im Netz der Kreuzspinne

Thekla Doch dann wird’s gefährlich: Maja gerät in das Netz der fiesen Kreuzspinne Thekla, obwohl die Kinder warnend schreien: “Nein!”. Zum Glück kommt Kurt um die Ecke und gleich wird er von den kleinen Zuschauern animiert: “Rette die Biene Maja!”. Ein Leichtes für den tollen Käfer und so kann er sich revanchieren, dass ihm Maja vor kurzem selbst das Leben gerettet hat.

Kunterbunt und lustig, aber auch spannend und ein bisschen gefährlich sind die Erlebnisse von Maja. Sie muss verkraften, dass Libelle Schnuck den Käfer Christoph, mit dem sie eben noch geredet hat, genüsslich verspeist und dass Thekla nichts Gutes im Schilde führt. Doch Stubenfliege Puck, Leuchtkäfer Gordian, Nachtfalter Gustav oder die klarinettespielende Zikade Sissi tragen ein Stück zu dem Weg bei, den Maja geht, um zu lernen, dass Freunde wichtig sind im Leben. Am Ende wird es richtig dramatisch, als Maja in der Hornissenburg gefangen gehalten wird.

Schließlich gibt es einen riesigen Applaus für das Kultburg-Team. Viele Kinder streichen beim Hinausgehen den plüschigen Bienenpelz, und die ganz Mutigen trauen sich, die schwarz glänzende Insektenhand der gemeinen Hornisse Zorri (Marianne Hofmann mit hessischem Dialekt) zu drücken. Doris Huhn

»Leonce und Lena« feiert morgen im Burghof Premiere – Main Echo vom 25. Juni 2009

Alzenau Ein sozialkritisches Märchen ist die Komödie “Leonce und Lena” von Georg Büchner.

Ein Prinz will vor der erzwungenen Hochzeit mit einer Prinzessin nach Italien fliehen, trifft dabei jedoch auf eben jene Prinzessin und verliebt sich in sie. Darin hinein verpackt hat Autor Georg Büchner ein gehöriges Maß Kritik. Die Polizeiszene erinnert daran, dass Büchner selber per Steckbrief gesucht wurde, der eingestaubte Hofstaat ist eine Parodie auf die Zustände in seiner Heimat Darmstadt.

Am morgigen Freitag feiert “Leonce und Lena” im unteren Alzenauer Burghof Premiere, aufgeführt vom Theaterverein Kultburg. Es ist das einzige Stück, das eigens für die diesjährigen Burgfestspiele inszeniert wird. Weitere Aufführungen sind am Samstag, 27. Juni, sowie von Freitag bis Sonntag, 3. bis 5. Juli. Beginn ist freitags und samstags um 20 Uhr, sonntags um 18 Uhr. Karten sind erhältlich an der Abendkasse sowie im Verkehrsamt im Alzenauer Rathaus, E-Mail verkehrsamt@alzenau.de, Tel. 0 60 23/50 21 12. red/Foto: Kultburg