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Verlorene Liebesmüh

Presse | Bilder

Handlung:

Der König von Navarra ist gekränkt. Hat doch die angebetete Prinzessin von Frankreich alle Geschenke zurückgewiesen, die er ihr an den Hof geschickt hat. In seinem Ärger schließt er mit seinen drei besten Freunden Biron, Longaville und Dumain einen Pakt: Drei Jahre lang wollen sie sich nur noch der Wissenschaft widmen und jeglichen Kontakt mit Frauen meiden. Doch just ist dieser Schwur getan, erscheint die Prinzessin und bringt ausgerechnet jene drei Hofdamen mit, in die sich seine drei Freunde bei ihrem Aufenthalt am französischen Hof verliebt haben. Jetzt sind die vier Männer in argen Gewissensnöten. Ein Schwur ist schließlich ein Schwur! Diener Schädel soll zwischen beiden Parteien den Boten spielen, richtet aber nur noch größeres Chaos an. Und auch die Damen stellen so ihre Bedingungen …
 
Erneut führt der Alzenauer Theaterverein kultBurG ein selten gespieltes Stück von Shakespeare auf (Regie: Josef Pömmerl). In der stark gekürzten Bearbeitung von Horst Jüssen (bekannt aus der Fernsehshow „Klimbim“) wird daraus eine quirlige Komödie mit Lachgarantie, die eines beweist: Shakespeare hat mit die stärksten Frauengestalten des Theaters auf die Bühne gebracht.

Besetzung:

Herzog: Josef Pömmerl
Prinzessin: Carmen Reichenbach
Doumais: Matthias Wissel
Rosalie: Ursula Stöckl-Elsesser
Biron: Heiko Bozem
Maria: Nicole Bozem
Longaville: Peter Lubetzki
Katherine: Moniera Romann

Schädel (Diener): Gabi Wittemann

Regie:   Josef Pömmerl
Regieassistenz: Miriam Benden
Kostüme: Barbara Vogel-Hohm
Maske: Dagmar Schudt, Isabella Reichenbach
Technik: Christiane Köster
Werbung und Grafik: Sandra Majewski  

     

Autor/en:

William Shakespeare (getauft am 26. April 1564 in Stratford-upon-Avon; † 23. April/ 3. Mai 1616 (greg.) ebenda) war ein englischer Dramatiker, Lyriker und Schauspieler.

Shakespeare gehört zu den bedeutendsten und am meisten aufgeführten und verfilmten Dramatikern der Weltliteratur. Seine überlieferten Werke umfassen 38 Dramen, außerdem Versdichtungen, darunter eine Sammlung von Sonetten.

Quelle: www.wikipedia.de

Horst Jüssen

Viele kennen ihn nur in der Rolle des Adolar von Scheußlich, arbeitsscheuer Ehemann von Elisabeth Volkmann, in der Comedy-Serie Klimbim. Doch Horst Jüssen war viel mehr: Ein  hervorragender  Schauspieler, talentierter Kabarettist und begabter Schreiber von Krimis, Romanen und Theaterstücken.

Geboren am 10. Januar 1941 in Recklinghausen wuchs Horst Jüssen in Husum auf. Nach einer Lehre als Bankkaufmann ging er nach Berlin an die Schauspielschule. Bald holte ihn dort  Erwin Piscator an seine Freie Volksbühne. Sein 1965 gegründetes Berliner Tournee Theater musste bereits nach 17 Vorstellungen wieder schließen.

Anschließend war  Jüssen als Kabarettist am Stuttgarter Renitenztheater engagiert, bevor ihn Sammy Drechsel 1969 zur Münchner Lach- und Schießgesellschaft holte. Bis zur Auflösung 1972 gehörte er dem legendären Ensemble mit Klaus Havenstein, Ursula Nock und Dieter Hildebrandt an.

Schon damals war Jüssen bekannt. Berühmt wurde er jedoch erst, als ihn Michael Pfleghar 1973 für die erste deutsche Comedy-Show im Fernsehen, Klimbim, engagierte. Die bis 1978 ausgestrahlten 40 Folgen erreichten Einschaltquoten von 60 Prozent.

Daneben trat Jüssen an zahlreichen Theatern auf. Allein ab 1976 ging er mit 21 Theaterstücken auf Tournee, bei rund 20 weiteren Inszenierungen wirkte er als Regisseur. Hinzu  kamen Fernsehrollen, etwa bei Mordkommission oder Derrick. Ab 2001 spielte er  bei Fernsehaufzeichnungen des Chiemgauer Volkstheaters stets den Preußen vom Dienst.

Daneben war Jüssen als Autor tätig. 2001 veröffentlichte er mit „Jeschua“ seinen ersten Roman, der die Jesusgeschichte aus einem anderen Blickwinkel erzählt. Sein letztes Buch „Joseph Satan“ im Jahr 2007 schildert die Karriere des Kleinbürgers  Joseph Goebbels.
Jüssen verfasste auch Theaterstücke, unter anderem sieben Stücke für Kinder, die zum Teil  preisgekrönt wurden, oder einige Shakespeare- und Molière-Bearbeitungen.

Ende 2007 wurde bekannt, dass Horst Jüssen, der Zeit seines Lebens ein starker Raucher war, an Lungenkrebs erkrankt ist. Jüssen, der mit der Sängerin Lena Valaitis verheiratet war, starb am 10. November 2008 im Alter von 67 Jahren in München an dieser Krankheit.

Frühjahr / Sommer 2012

Endspiel

Handlung:
Ort: Großkrotzenburg – Ehem. Synagoge
Eintrittspreise:

 
normal
VVK
12,- €
AK
15,- €

Termine:  

  • Samstag, 14. Januar um 20:00 Uhr

Liebe … ist eine besondere Form von Geisteskrankheit

Handlung:
Ort: Simons Winzerhof (Michelbach)
Eintrittspreise:

 
Lesung
All inclusive
VVK+AK
9,- €
29,- €

Termine:  

  • Donnerstag, 01. März um 20:00 Uhr
    (All inclusive mit Buffet beginnt um 18:00 Uhr)

Verlorene Liebesmüh

Handlung:
Ort: Burg Alzenau – Oberer Burghof
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
13,- €
10,- €
AK
15,- €
12,- €

Termine:  

  • Freitag, 08. Juni 2012 um 20:00 Uhr
  • Sonntag, 10. Juni 2012 um 19:00 Uhr

  • Freitag, 15. Juni 2012 um 20:00 Uhr

  • Samstag, 16. Juni 2012 um 20:00 Uhr

  • Samstag, 23. Juni 2012 um 20:00 Uhr

  • Sonntag, 24. Juni 2012, um 19:00 Uhr


Ein Sommernachtstraum – kultBurG Kids

Ort: Burg Alzenau – Oberer Burghof
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
5,- €
– €
AK
7,- €
– €

Termine:  

  • Samstag, 16. Juni 2012 um 15:00 Uhr

  • Sonntag, 17. Juni 2012 um 11:00 Uhr


Kulinarisches Theater – “Verlorene Liebesmüh” inkl. Buffet

Handlung:
Ort: Simon’s Weingasthof in Michelbach
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
49,- €
– €
AK
49,- €
– €

Termine:  

  • Freitag, 13. Juli 2012 ab 18:00 Uhr
  • Samstag, 14. Juli 2012 ab 18:00 Uhr


 

LehrerInnen machen Theater

Nicht verpassen! Klaus Belz, der im Herbst 2010 bei uns einen Workshop gegeben hat, wird in Kürze eine tolle Inszenierung auf die Bühne bringen. Unser Mitglied Regina ist auch mit von der Partie. Drei kurzweilige weitere Aufführungen mit chorischen Elementen und voller Lebendigkeit, Gruppendynamik und Spielfreude.
Ticket: 10,- €

mehr Infos

Apokalyptischer Alptraum – MainEcho vom 12. Dezember 2012

Kultburg: Alzenauer Theaterverein spielt dreimal Becketts »Endspiel« im Rittersaal der Burg – Erstaunliches geleistet

Alzenau »Hochachtung und Respekt« zollte Roland Kilchenstein, Vorsitzender des Alzenauer Theatervereins Kultburg, den vier Akteuren von Samuel Becketts absurdem Stück »Endspiel«, das von Freitag bis Sonntag gleich dreimal im Rittersaal der Burg aufgeführt wurde. »Die Schauspieler haben Erstaunliches geleistet«, lobte er nicht nur Regisseurin Christine Mareck-Brünnler, die in Doppelfunktion die Rolle der Nell übernommen hatte, sondern auch Harald Gelowicz, der den blinden Hamm verkörperte, Michael Ruppel als dessen Adoptivsohn und Diener Clov, sowie Timo Jahn, der Hamms Vater Nagg spielte. Er und Nell haben bei einem Unfall ihre Beine verloren und leben seitdem in Mülltonnen.

Die einzigen Überlebenden

Die vier sind die einzigen Überlebenden einer globalen Katastrophe. Eine Projektion an das Mauerwerk des Rittersaals verkündet dem langsam eintrudelnden Publikum: »Auch der Rittersaal befindet sich im Zustand nach einem Super-Gau. Doch mit ein paar Handgriffen kann der geneigte Besucher selbst wieder Ordnung schaffen.« In der Tat, auf den Stühlen liegen leere Getränkedosen und Plastikverpackungen, Klopapierrollen schlängeln sich malerisch über die Stuhlreihen. Gut gelaunt machen die Gäste ihre Plätze frei und entsorgen den Müll-Super-Gau in einer bereitgestellten Tonne, die per Schild klagt: »Ich fühl mich so leer!«

Leer ist auch die Welt in »Endspiel«. Das Leben ist ein apokalyptischer Alptraum, in dem sich die vier Überlebenden ihren Alltag so schwer wie möglich machen. Der 1916 geborene Beckett schrieb seinen Welterfolg im Jahr 1956. Er wurde damit nach »Warten auf Godot« endgültig zum Begründer des modernen absurden Theaters. 1969 wurde er mit dem Nobelpreis für Literatur ausgezeichnet.

In »Endspiel« werden die Personen »in einer metaphysischen Ausweglosigkeit« gezeigt, schreibt Regisseurin Mareck-Brünnler im Programmheft. »Die Einheit von Zeit, Ort und Handlung sind in Becketts »Endspiel« aufgelöst. Die Zeit läuft nicht mehr ab, sie wird zu einem fixierten Dauerzustand, hier dem Vegetieren. Der Ort ist überall und nirgends.«

Eine Bravourleistung ist es, wie der Amateur-Theaterverein die Herausforderung stemmt und dabei gewinnt. Der Einakter wird in einem Rutsch durchgespielt – 90 Minuten lang, in denen Publikum und Akteure eine Beziehung eingehen. Die Zuschauer lassen sich auf das moderne Werk ein und können nur staunen, welche kulturellen Perlen in Alzenau zu entdecken sind, wenn man danach sucht.

Niemand kann vergeben

Der blinde Hamm, der im Rollstuhl sitzt, und sein gehbehinderter Diener Clov quälen sich gegenseitig mit grausamen Wortspielereien und finden keine Ebene, auf der sie den katastrophalen Ist-Zustand verarbeiten können. Die Dialoge der in Mülltonnen lebenden Eltern Hamms, die bei einem Unfall ihre Beine verloren haben, spielen auf einer emotional liebevolleren Basis. Doch niemand gewinnt hier, denn niemand kann vergeben. »Verfluchter Erzeuger«, herrscht Hamm seinen Vater an und fordert von Clov: »Weg mit diesem Dreck. Ins Meer damit!« Alzenau wird ganz nah in diese irreale Welt geholt, als Hamm Clov zunächst befiehlt, mit dem Fernglas die Ruine des Kraftwerks anzuschauen und dann fordert: »Sieh dir den Turm der Villa Messmer an!«

Zu lachen gibt es für das Publikum nicht allzu viel, das ist aber auch nicht die Intention des Stücks. Unfreiwillige Komik erzeugt die Szene, in der ein kleiner Stoffhund quer durch den Rittersaal geworfen wird und prompt eine bis dahin noch gefüllte Getränkeflasche umwirft. Gut, dass so viele Klopapierrollen zur Hand sind …

Herausforderung bestanden

Mit der Aufführung von Samuel Becketts »Endspiel« beweist der Alzenauer Theaterverein, dass er im zehnten Jahr seines Bestehens leistungsstärker als zuvor ist und Herausforderungen bravourös besteht, die selbst Profitruppen zur Verzweiflung treiben können. Was lediglich noch fehlt, sind mehr Besucher, die sich dieser schweren Kost und der damit verbundenen Herausforderung stellen. Manchmal muss man sich eben auf ein »Endspiel« einlassen, »denn das Ende liegt im Anfang«, überall und nirgends.

Doris Huhn