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Frühjahr / Sommer 2011

Mord(s)vergnügen!

Handlung:
Ort: Simons Winzerhof (Michelbach)
Eintrittspreise:

 
Lesung
All inclusive
VVK+AK
19,50 €
39,- €

Termine:  

  • Samstag, 22. Januar um 20:00 Uhr
    (All inclusive mit Buffet beginnt um 18:00 Uhr)

Ladies Night

Handlung:
Ort: Altes Pfarrheim Kahl
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
11,- €

8,- €

AK
13,- €
10,- €

Termine:  

  • Samstag, 19. März um 20:00 Uhr
    (nur noch wenige Restplätze)
  • Sonntag, 20. März um 19:00 Uhr
  • Freitag, 01. April um 20:00 Uhr
  • Samstag, 02. April um 20:00 Uhr
  • Sonntag, 03. April um 19:00 Uhr

Ladies Night – Zusatzvorstellungen

Handlung:
Ort: Altes Pfarrheim Kahl
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
11,- €

8,- €

AK
13,- €
10,- €

Termine:  

  • Freitag, 27. Mai um 20:30 Uhr
  • Samstag, 28. Mai um 20:30 Uhr
  • Sonntag,29. Mai um 19:30 Uhr

Was für’n Zirkus – Theater für Kinder

Handlung:
Ort: Alzenauer Burg – Oberer Burghof
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
6,- €

4,- €.

AK
9,- €

7,- €.

Termine:  

  • Montag, 20. Juni um 10:00 Uhr
  • Dienstag, 21. Juni um 10:00 Uhr
  • Mittwoch, 22. Juni um 10:00 Uhr
  • Montag, 27. Juni um 10:00 Uhr
  • Dienstag, 28. Juni um 10:00 Uhr
  • Mittwoch, 29. Juni um 10:00 Uhr
  • Donnerstag, 30. Juni um 10:00 Uhr
  • Freitag, 01. Juli um 10:00 Uhr
  • Sonntag, 03. Juli um 11:00 Uhr
  • Montag, 04. Juli um 10:00 Uhr
  • Dienstag, 05. Juli um 10:00 Uhr
  • Mittwoch, 06. Juli um 10:00 Uhr
  • Donnerstag, 07. Juli um 10:00 Uhr
  • Freitag, 08. Juli um 10:00 Uhr

Adams Äpfel

Handlung:
Ort: Dorfplatz in Kahl am Main
Eintrittspreise:

 
normal
ermäßigt
VVK
15,- €

12,- €.

AK
18,- €

15,- €

Termine:  


 

Ladies Night

 

 

Presse | Bilder

Handlung:

England. Eine Gruppe von Arbeitslosen hofft darauf, dass sie ihre leeren Geldbeutel auffüllen und ihre nachlassende Moral dadurch auffrischen kann, dass sie den "Chippendale"-Strippern nacheifert. Man kann diese Typen kaum als "Traummänner" bezeichnen und auch nur wenige von ihnen können tanzen. Doch sie kommen gut damit zurecht, denn diese Männer haben einen Plan: Sie sind arbeitslos, fühlen sich deplatziert – und wollen nur ein wenig Respekt erfahren …

 

 

Besetzung:,

Craig: Heiko Bozem
Barry: Klaus Kolb
Gavin: Stephan Noll
Norman: Stefan Rupprecht
Graham: Josef Pömmerl
Gerald, Coach: Matthias Wissel
Vortänzer beim Casting:  Steffen Edlinger, Manfred Jung, Christian Pohl,
    Peter Lubetzki, Kai Schürmann
 
Denise, Frau von Barry: Carmen Reichenbach
Gladice, Managerin des Nachtclubs: Regina Kranz
Glenda, Nachtclubsängerin: Carolin Gündling
Denise, Pam und Nanette als Gäste im Nachtclub: Carmen Reichenbach, 
    Christine Mareck-Brünnler, Sandra Majewski
Sue, Bedienung an der Bar: Ursula Stöckl-Elsesser, Veronika Hanakam, 
    Sandra Majewski
 
Souffleuse, Requisiten: Brigitte Gerhardt
Maske: Dagmar Schudt, Claudia Neumann
Frisuren: Renate Hörtel
Kostümbearbeitung: Tanja Krannich-Och
Kostümauswahl: Regina Kranz, Carolin Gündling, Brigitte Gerhardt
Organisation: Brigitte Gerhardt, Christine Mareck-Brünnler
Marketing, Design, Karten: Sandra Majewski
Plakat, Programmheft: Sandra Majewski, Carolin Gündling
Pressearbeit: Josef Pömmerl, Carolin Gündling, Egon Pichl
Fotographien: Josef Pömmerl, Isabella Reichenbach
 
Musikauswahl: Carolin Gündling
Gesang: Carolin Gündling
Choreografien: Regina Kranz, Carolin Gündling
 
Vorhang: Josef Pömmerl, Matthias Wissel
Technik: Henrik Schöps, David Bartela 
 
Regieassistenz: Regina Kranz
Regie: Carolin Gündling

Frisuren:
Renate Hörtel
Kostüme:
Tanja Krannich-Och
Requisiten, Organisation: Brigitte Gerhardt
Marketing, Design, Programmheft:
Sandra Majewski

Musikauswahl und Gesang: Carolin Gündling
Choreografie:
Regina Kranz und Carolin Gündling

Regieassistenz: Regina Kranz
Regie:
Carolin Gündling

 

     

Autor:

 

 

Lustig, lasziv, lebensfroh – MainEcho vom 25. Juli 2010

Burgfestspiele Alzenau: Der Filmklassiker »Irma la Douce« als Theaterkomödie

Alzenau  Der erste Anlauf dauert nur gut eine halbe Stunde. Dann fegt ein Unwetter über die Region und setzt der Aufführung von »Irma la Douce« am Freitag auf der Alzenauer Burg ein Ende. Diese Vorstellung wird dann am Sonntag vormittag Alzenauer Burgg – zum Glück ohne Regen – wiederholt. So kommt es, dass der Samstag-Abend-Termin unfreiwillig zur Premiere wird.

In welchem Milieu das Stück des Alzenauer Theatervereins Kultburg angesiedelt ist, das zeigt sich auf den ersten Blick. Leicht bekleidete Damen, einige davon echt, andere entsprechend ausstaffierte Schaufensterpuppen, gruppieren sich rund um die Bühne im unteren Burghof.

»Irma la Douce«, der Filmklassiker von Billy Wilder aus dem Jahr 1963, dürfte den meisten im Publikum mehr oder weniger bekannt sein. Abweichend von der Vorlage werden für die Alzenauer Version vier Straßenkehrer (Gabi Wittemann, Nicole Bozem, Egon Pichl, Carmen Reichenbach) eingeführt, die regelmäßig für Überleitungen und Erklärungen sorgen – und die natürlich auch hin und wieder nach einer Schlägerei die mit Scherben oder ähnlichem Müll verunreinigte Bühne säubern dürfen.

Ansonsten orientiert sich Regisseur Josef Pömmerl, auch für den Text verantwortlich, nahe am Original. Selbst den kecken Lockenkopf einer Shirley MacLaine, die damals so wunderbar locker die Irma spielte, adaptiert Sandra Majewski für ihre Rolle des Straßenmädchens. Irma, die von Kindesbeinen an im Pariser Rotlichtviertel, in der Rue Casanova, ihr Leben verbracht hat, lernt den völlig naiven Nestor (Klaus Kolb) kennen, der seinen Job als Polizist nach einer übereifrigen Razzia im Stundenhotel verliert. Sein Pech: Vorgesetzter Inspektor Levèfre (Peter Lubetzki) war hier gerade Kunde. Nestor schlägt nun bei einem Streit Irmas Zuhälter Hippolyte, genannt der Ochse (Heiko Bozem), k.o. – und übernimmt dessen Funktion. Von Eifersucht bald zerfressen schlüpft er mit Hilfe von Bistro-Wirt Moustache (Manfred Jung) in die Rolle des körperlich beeinträchtigten Lord X. Alles nur, um Irma von anderen Männern fern zu halten.

Der Plan misslingt, denn nun muss Nestor nachts arbeiten, um Irma bezahlen zu können. Die Beziehung bröckelt, der Lord muss weg – und doch wieder her, denn Nestor wird für den angeblichen Mord verhaftet. Geschickt nutzt die Aufführung die örtlichen Gegebenheiten, Treppenaufgänge werden einbezogen, das Stundenhotel einerseits diskret hinter einer Wand angesiedelt, anderseits mit einem Bett im ersten Stock wieder sichtbar gemacht.

Oftmals spielt sich das Geschehen parallel ab: Während Irma mit dem Lord im Hotelzimmer plaudert, zocken die Zuhälter (Georg Heres, Alfred Kolb, Josef Pömmerl) und die anderen Straßenmädchen (Ursula Stöckl-Elsesser, Stefanie Elsesser, Moniera Romann und Claudia Bross) stöckeln lasziv auf und ab. Der Lord taucht einfallsreich als Schattenriss ab und wieder auf, und Stefan Rupprecht, der vielseitig unter anderem in die Rollen von Polizist, Matrose und Pfarrer schlüpft, darf sogar in einer Art Bobart-Kostüm das Publikum erheitern.

Zu Beginn der Vorstellung wirken manche Szenen noch etwas hölzern, doch spielen sich vor allem Irma, Nestor und Moustache im Laufe des Abends wunderbar warm. Klaus Kolb läuft vor allem als Lord X mit britischem Zungenschlag zur Höchstform auf. Auch Claudia Bross, die von Klaus Staab musikalisch begleitet wird, bereichert das Stück mit ihren gelungenen Gesangseinlagen.

Immer öfter müssen die Zuschauer lachen, obwohl die ungewohnte Kälte viele eher zum Schlottern bringt. Ein paar Kürzungen hätten der Aufführung dennoch gut getan, die auf eine Länge von drei Stunden angelegt, phasenweise etwas Dynamik vermissen lässt. Auch wenn Irma einfach göttlich zu heulen vermag und Moustache gekonnt aus seinem illustren Lebenslauf plaudert. Aber das ist eine andere Geschichte.

Martina Jordan

Weitere Termin in Kahl: Freitag, 20., Samstag, 21. August, jeweils 20 Uhr; Karten gibt es im Rathaus Kahl, Tel. 06188/9440, Ticket-Service Alzenau, Tel. 06023/310940.

Tausche Ehemann gegen praktische Gehhilfe – MainEcho vom 20. Juli 2010

Burgfestspiele: Fulminante Kultburg-Inszenierung der »Witwendramen« – Tiefschwarze und schräge Episoden-Revue von Fitzgerald Kusz

Alzenau  Die Premiere der »Witwendramen« des fränkischen Schriftstellers Fitzgerald Kusz entpuppte sich am Sonntagabend im oberen Burghof als bislang fulminanter Höhepunkt der diesjährigen Burgfestspiele.

Die fünf Schauspielerinnen des Alzenauer Theatervereins Kultburg traten gemeinsam mit ihrer Regisseurin Anni Christ-Dahm als Energie geladenes Frauenquintett auf, das die Zuschauer bereits nach den ersten von insgesamt 32 Szenen im Sturm erobert hatte. Marianne Hofmann, Maria Fleschhut, Maria Schiller und Britta Olbrich zogen gemeinsam mit Christ-Dahm alle Register ihres Könnens und verwischten die Grenzen zwischen Laien- und Profitheater mühelos mit einem Schlenker des kleinen Fingers.

Dabei stellt die schräge Revue des 1944 in Nürnberg geborenen Kusz besondere Herausforderungen. Insgesamt 58 Szenen rund um die Themen Witwen, Tod, Trauer und Verlust stellt der Autor in einer Art Materialsammlung zur Verfügung. Einfach sei es ihr gefallen, so Regisseurin Anni Christ-Dahm, die 32 Episoden für die Burgfestspiele herauszusuchen. »Ich wusste auch gleich, wie die Besetzung aussehen soll«, erzählt sie, die trotz Erkältung und angekratzter Stimme die Premiere durchgehalten hat. Als Regieassistentin stand ihr Christiane Köster zur Seite. 

Geschichten, wie das Leben sie schreibt, liefert Kusz, einige tieftraurig, andere urkomisch oder bitterböse. Teilweise jongliert der Schriftsteller von Mundart-Klassikern wie »Schweig, Bub!« haarscharf am Abgrund zur Pietätlosigkeit entlang, überschreitet sie doch nie.

Schwarz, schwärzer, Witwendramen möchte man die Steigerungsform fortsetzen. Manchmal bleibt es mucksmäuschenstill nach einer Szene, in den meisten Fällen schallt befreiendes Gelächter über die fast intim anmutende Spielstätte, in der das Stück noch authentischer wirkt als auf einer Bühne, die weiter weg von den Publikumsplätzen ist.

Dauerthema Männer

Einige Themen ziehen sich wie ein roter Faden mit Fortsetzungen durch die zweieinhalbstündige Aufführung (inklusive Pause). Im Treppenhaus, im Fitnessstudio, im Park oder an der Endhaltestelle Waldfriedhof parlieren die Witwen miteinander oder halten Monologe.

Die eine ist froh, ihren Mann endlich los zu sein, wie die junge Frau, die sich auf dem Friedhof in einer Art Befreiungsschlag von dem Ehe-Tyrann lösen möchte. Dazu trinkt sie mit ihrer Freundin Schnäpse auf ex und wirft die kleinen Fläschchen auf das Grab des gehassten Verstorbenen (»der Arsch hat mich immer noch fest im Griff. Der lebt in meinem Kopf weiter!«).

In jeder Szene wechseln die Kultburglerinnen die Kostüme inklusive Perücke, Hüte, Schmuck, Handtasche und was frau sonst noch so mit sich trägt. Teilweise biegt sich das Publikum schon beim bloßen Anblick der Witwen vor Lachen auf seinen Plätzen. Vor allem Marianne Hofmann und ihre Schwester Anni Christ-Dahm, die auch als »Duo Uffschnitt« auftreten, sind für die Bühne wie geschaffen. Ihre Wandlungsfähigkeit kennt keine Grenzen. Die mondäne Witwe Jackie Onassis mit strahlendem Lächeln (in der Reihe »Berühmte Witwen«) wird genauso überzeugend gegeben wie eine herbe Kaffeetante mit Dauerwelle und Hornbrille.

Zwischen Trauer (»was gäb’ ich dafür, wenn ich seine Krümel noch mal wegräumen dürfte«) und Pragmatik (»ich brauch keinen Mann, ich brauch eine Gehhilfe«), zwischen Tortenteller und Fitnesshantel, bei der Testamentseröffnung mit bitterer Überraschung für die langjährige Ehefrau und am Kaufhauswühltisch – Kuszs Szenen zeigen, wie das Leben auch nach dem Tod weitertobt, welche Veränderungen mit den Witwen vor sich gehen in all ihren negativen und positiven Konsequenzen. Die eine blüht auf, die andere verwelkt. Für die eine beginnt das Leben, für die andere ist es zu Ende gegangen.

Todesanzeigen und Danksagungen werden verlesen, aber auch Männerwitze und andere Weisheiten verkündet, bei denen die anwesenden Männer brav mitspielen und in das schallende Gelächter der Frauen mit einstimmen. Einigen Herren sieht man die Anstrengung ein wenig an.

Dabei lernt man die Weisheit argentinischer Sprichwörter kennen (»Es ist besser, der zweite Mann einer Witwe zu sein als ihr erster«) und erhält die Antwort auf die existenzielle Frage »Was macht eine Frau, wenn ein Mann aus dem Fenster springen will?«. Die Antwort ahnt man bereits: »Sie gibt ihm den Müll mit.«

 

Doris Huhn

Mit Feenkraut vom Hahnenkamm – MainEcho vom 24. Juni 2010

Alzenauer Burgfestspiele: Kinderstück »Räuber Hotzenplotz« begeistert 145 kleine und große Zuschauer

Alzenau  Ordentlich rund geht es zu bei dem diesjährigen Kinderstück der Alzenauer Burgfestspiele, das am Mittwochvormittag im oberen Burghof Premiere hatte.

Da knallen Pistolenschüsse, schwere Stiefel poltern über die Bühne, Theaterdonner scheppert aus dem Hintergrund, Räuber Hotzenplotz und Zauberer Zwackelmann schreien und zetern um die Wette.

Fantasievolle Räuberposse

Und das alles zum allergrößten Vergnügen der 145 kleinen und großen Zuschauer, die sich den diesjährigen Kinderspaß des Kultburg-Ensembles nicht entgehen lassen wollten. Seit fünf Jahren inszeniert Stefka Huelsz-Träger das Stück für die kleinsten Theaterfans, und die Ideen gehen ihr offensichtlich noch lange nicht aus.

Angefangen von den fantasievollen Kostümen über die stimmigen Masken bis hin zu den kleinen, aber feinen Regieeinfällen punktet die 75-minütige Räuberposse nach dem Klassiker von Otfried Preußler mit kindgerechter Unterhaltung. Dass die Geschichte fast 50 Jahre auf dem Buckel hat, merkt man ihr nicht an. Mit einem Schuss Lokalkolorit wohnt der Räuber eben im Alzenauer Stadtwald, das Sträußlein Feenkraut pflückt Seppel auf dem Hahnenkamm, Hotzenplotz bezeichnet sich als »den gefährlichsten Räuber am bayerischen Untermain« und Zauberer Zwackelmann begibt sich nach Bernbach, wo an diesem sonnigen Vormittag anscheinend die meisten Kinder herkommen.

Mit viel Herzblut und Engagement spielt die achtköpfige Truppe die genauso zeitlose wie spannende Geschichte. Die beiden Publikumslieblinge Kasperl und Seppel schenken der Großmutter zum Geburtstag eine funkelnagelneue Kaffeemühle, die sogar noch ihr Lieblingslied trällert beim Mahlen. Doch das ist ein gefundenes Fressen für den Räuber Hotzenplotz. Seppel, der nicht nur nicht lesen kann, sondern auch sonst recht wenig kapiert, geht nun mit Kasperl selbst auf Räuberjagd. Aber prompt werden die zwei mit einem Schuss aus der Pfefferpistole außer Gefecht gesetzt …

Superspannend ist es, wenn Hotzenplotz bei seinem Freund, dem großen und bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann, auftaucht. Marianne Hofmann ist in Kostüm und Maske kaum zu erkennen. Neben Halbglatze trägt sie Krallenfinger und Tätowierungen an den Armen, die sie/ihn zu einer Respekt einflößenden Figur werden lassen. Zum Glück sitzen am Schluss alle Mitwirkenden am Bühnenrand und verabschieden die Mädchen und Jungen mit einem Späßchen – da trauen sich selbst die Ängstlichen im Publikum ganz nah ran.

Die Person des Zauberers verliert ohnehin an Ehrfurcht, als der dumme Seppel, der alle Wörter verdreht, ihn mit »Krokodilius Wackelzahn« anspricht. Zuvor musste bereits Hotzenplotz die Varianten »Plotzenhotz« und »Klotzenkotz« zum Vergnügen des Publikums über sich ergehen lassen.

Fabelhaft ist auch die Figur der verzauberten Kröte in Szene gesetzt. Das heulende Tier im Fantasie-Kostüm mit Taucherflossen (Kultburg-Neuling Karin Zimmermann-Schmidt gelingt hier ein gutes Debüt) verwandelt sich mit Hilfe des Hahnenkamm-Feenkrauts in eine quietsch-rosafarbene Barbie-Fee mit Tüll und Schmetterlingen, Schleifen- und Rosendeko. Das passt viel besser in die heutige Zeit als eine stinklangweilige Fee im weißen Gewand.

Dass die Kaffeemühle am Ende wieder in Großmutters Händen landet und die Bösen das sprichwörtliche böse Ende finden, gehört sich natürlich zu einem schönen Kinderstück. Für manche Mädchen wurde dieser Tag vollends zu etwas Besonderem, als Fee Amaryllis ihnen zum Abschied etwas von ihrem Feenglitzer auf die Hände rieseln ließ …

Die nächsten Aufführungen

Die nächsten Vorstellungen finden am heutigen Donnerstag, am Freitag, 25. Juni, vom 28. Juni bis 2. Juli und vom 5. Juli bis 9. Juli jeweils um 10 Uhr statt, sowie am Sonntag, 26. Juni, um 11 Uhr. Karten im Vorverkauf gibt es zu 6 Euro (ermäßigt: 4 Euro) beim städtischen Verkehrsamt im Rathaus Alzenau, Tel. 06023/502-112. Für Kindergärten und Schulen gelten Sonderpreise.

Doris Huhn

Kultburg: Raben-Revue mit Witz und Esprit – MainEcho vom 11. Mai 2010

Konzert: Chor unterhält 100 Gäste im Rittersaal bestens

Alzenau Ihr drittes eigenes Musikprogramm stellten die Kultburg-Raben, der Chor des Alzenauer Theatervereins Kultburg, am Sonntagnachmittag im Rittersaal der Burg vor und bescherte mit »Man lebt so kurz und ist so lange tot« manchem der rund 100 Konzertbesucher das Highlight des Muttertages.

Der Berliner Revue widmeten die 18 Sängerinnen und Sänger unter der Leitung von Jürgen Wahl den zweistündigen Reigen aus Hits der 20er und 30er Jahre mit politischen, erotischen, lyrischen und komischen Texten. Bereits am Samstagabend war die Premiere des Programms in Hainburg über die Bühne gegangen. Trotz zurückhaltender Besucherresonanz (55 Zuhörer) war die Stimmung auch bei den hessischen Nachbarn großartig. Und beim »Heimspiel« wurde das Ganze natürlich noch einmal getoppt – und das nicht nur in Hinblick auf die Besucherzahl. 

Als Moderatorin konnte der Chor erneut einen seiner größten Fans, Marianne Hofmann, gewinnen. Selbstredend beließ es die Kultburg-Darstellerin nicht bei einer bloßen Umschreibung der Stücke. Sie bereicherte das Programm mit Kommentaren, die Chor und Publikum inspirierten, agierte in »Mein Papagei frisst keine harten Eier« als Papagei und krächzte »Jaja, die mag ich nicht!« und »Igittigitt!« in die Runde oder kommentierte kleine Hänger des Chores mit den Worten: »So kennen wir euch! So lieben wir euch!«

Zylinder und Glitzerkleider

Eine wahre Augenweide stellten die Raben samt Ober-Rabe Jürgen Wahl dar. Zeitgemäß waren die Männer in Anzug und Zylinder gekleidet, die Damen hatten mit Glitzerkleidern, Federboas, Perlenketten, Handschuhen und schicken Hütchen ganz tief in die Kleiderkisten gegriffen und sahen einfach großartig aus. Bis ins Detail stimmte hier alles: Die Noten waren in alte Zeitungsausschnitte eingelegt und zu trinken gab es Berliner Weiße.

Bereits beim ersten Stück »Robes Modes« war der Chor voll da. Mit Schwung und Zündkraft sangen sie den blitzgescheiten Text über das bunte Treiben in einem Berliner Kaufhaus im Jahr 1925, aggressiv, munter und pfiffig. Auf den Punkt gesungen überzeugte auch »Ausgerechnet Bananen«, zu dem Josephine Baker in ihrem skandalösen Bananen-Kostüm per Lichtbild in den Rittersaal geholt wurde. Das komplette Programm wurde übrigens von Pianist Jens Nimbler absolut zuverlässig begleitet.

Gastsolist Heiko Fiedler (Tenor) präsentierte sich im schwarzen Rüschenhemd mit »Schöner Gigolo, armer Gigolo«. Marion Emmert aus dem Chor sorgte hier genauso für Trommel-Begleitung wie in »Tamerlan« aus dem zweiten Teil. In »Isabella von Kastilien« mutierte Marianne Hofmann zur Titelfigur, während Heiko Fiedler das Stück mit Temperament absolvierte. Super gesungen überzeugte vom Chor das bereits erwähnte Papageien-Lied, aber auch das letzte Stück vor der Pause, »Ich hab das Fräul’n Helen baden sehn«, bei dem eine Sängerin mutig den Rock lüpfte.

Romantische Stimmung

Die gute Stimmung im Rittersaal konnte im zweiten Teil mühelos gehalten, ja sogar gesteigert werden. Im Duett verbreiteten die Solisten Waltraut Hein (Sopran) und Heiko Fiedler Romantik pur »In einer kleinen Konditorei«, das als Zugabe wiederholt wurde. Der Tenor begab sich anschließend »In die Bar zum Krokodil«, bevor er sich anschließend beklagte: »Kein Schwein ruft mich an«. Um diesem Manko abzuhelfen, lüpfte er nach dem Stück sein Hemd und offenbarte ein Schild mit »seiner« Telefonnummer: 06023/0815 …

Mit »Wochenend’ und Sonnenschein« sowie dem Oldie-Klassiker »Was machst du mit dem Knie, lieber Hans?« mit vorheriger Charleston-Kostprobe sangen sich die Kultburg-Raben mit Lust und Liebe ans Ende ihres Programms. Wenn die Sonne zu diesem Zeitpunkt nicht schon lange durch die hohen Fenster geschienen hätte, wäre sie bei »Veronika, der Lenz ist da!« sicher herausgelockt worden.

Doris Huhn

Offene ImproWorkshops der kultBurG


Inhalt:

Improvisationstheater, Spiele zum Thema Gruppendynamik und Konzentration

Termin:

auf Anfrage

Leitung:

 

Ort:

kultBurG-Räume in Alzenau (ToJo)

Material:

bequeme Kleidung

Bemerkung:

Der Workshop ist gedacht für unsere Mitglieder und für Interessenten zum sich Treffen, Enstspannen, Spaß haben, Spielen. Vielleicht kommen sogar Mitglieder zum nur Zuschauen, damit die Akteure zum einen Publikum haben und zum anderen die Leute, die bisher Ressentiments bezüglich Impro-Aktionen hatten, davon zu überzeugen, dass Theaterarbeit auch mal einfach nur Spaß machen kann.

Teilnehmer:

 

Max. 12 Personen

 


 

Salz in Seelenwunden – MainEcho vom 01. März 2010

Kultburg: Packende Inszenierung von Sartres Drama »Geschlossene Gesellschaft« im Michelbacher Schlösschen

Alzenau-Michelbach  Bravo-Rufe und kräftiger Applaus belohnten am Freitagabend im Michelbacher Schlösschen die neueste Inszenierung des Alzenauer Theatervereins Kultburg.

Aufgeführt wurde das Drama »Geschlossene Gesellschaft« des französischen Schriftstellers und Philosophen Jean-Paul Sartre. Unter der Regie von Christine Mareck-Brünnler zeigten Caroline Gündling, Sandra Majewski, Frank Sommer und (in einer Nebenrolle) Jens Schneider eine packende schauspielerische Leistung, die weit über Laientheaterniveau hinausging. Zwei weitere Aufführungen am Samstag- und Sonntagabend folgten.

Keine Minute ist langweilig

»110 Minuten ohne Pause« – diese Information bot ein Schild vor dem Treppenaufgang zum Saal des Schlösschens. Und selbst die Rezensentin musste bei dieser Ankündigung schlucken. Doch 110 Minuten später stand fest: Keine Minute, keine Sekunde wurde langweilig, die Handlung von Sartres sogenanntem »Höllenstück« fesselte von Beginn an, die Akteure überzeugten mit beeindruckendem Spiel und sattelfestem Text – die Souffleuse musste kein einziges Mal einspringen.

Ein echtes Paradestück gelang dem Theaterverein mit diesem Stück. Leider blieben bei der Premiere etliche Plätze frei. Lag’s am Stück oder am Termin? Wie auch immer: Die Anwesenden wurden mit einem Theatererlebnis beschenkt, das seinesgleichen sucht. In ein beklemmendes Szenario versetzt der Autor sein Publikum. Ein Diener führt nacheinander drei neue Gäste in ein mit drei Sesseln, einem Tischchen mit einer Klingel und einem Podest mit einer Statue spärlich möbliertes »Hotelzimmer«.

Nach seinem Verschwinden lässt sich die Tür nicht mehr öffnen, die Klingel klingelt nicht mehr, das Licht lässt sich nicht löschen. Es ist endgültig klar: Die reiche Estelle (Caroline Gündling), die lesbische und hochintellektuelle Inès (Sandra Majewski) und der Journalist Garcin (Frank Sommer) sind tot und definitiv in der Hölle angekommen. Doch Folterinstrumente suchen die drei umsonst, denn die Folterknechte sind sie selbst, jeder quält den anderen mit seinen Fragen, seinem Verhalten, seinen Antworten.
Jeder von ihnen hat im übertragenen oder im realen Sinn eine Leiche im Keller, jeder hat in seinem Leben Menschen psychisch und physisch gequält, jeder gibt irgendwann im Laufe des Abends zu, warum er oder sie in der Hölle gelandet ist.

Inès weiß ein bisschen mehr über die anderen und kostet das sichtlich aus. Sie bohrt und stachelt und intrigiert, streut Salz in die offenen, weit klaffenden Seelenwunden und drückt es auch noch mit dem Zeigefinger tief hinein. Doch auch sie muss leiden. Denn drei ist eine schlechte Zahl für die Hölle. Die lesbische Inès und der notorische Ehebrecher Garcin interessieren sich beide für die schöne Estelle. Eifersucht und Begierde wechseln sich auf der Bühne ab. Bis Estelle Inès rasend vor Wut mit einem Messer töten will. Doch diese lacht ihr kalt ins Gesicht: »Was tust du – ich bin doch schon tot!«

»Die Hölle, das sind die anderen« muss Garcin am Schluss entsetzt erkennen. Dem Irrsinn nahe lachen und weinen die für immer in ihrem letzten Zimmer Vereinten und in Erwartung ihres nicht mehr menschlichen Daseins. »Also – machen wir weiter«, bestimmt Garcin resigniert – und das Licht im Schlösschen verlischt.

Alles wirkt tief empfunden

Das Trio Gündling, Majewski und Sommer spielt mit nachhaltiger Wirkung. Egal, ob auf der Bühne geschrien, geweint, geliebt oder gehasst wird – alles wirkt gelebt und in diesem Moment tief empfunden. Selbst die Nähe zum Publikum hemmt die Akteure nicht, einen wahren Seelen-Striptease hinzulegen. Wer am kommenden Wochenende Zeit hat, sollte sich das Stück mit dem Prädikat »Besonders wertvoll« auf keinen Fall entgehen lassen!

Doris Huhn